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Fachartikel The Future of Knowledge Management: Wettbewerbsvorteile durch aktives Wissensmanagement Autor: Marc S. Tenbieg | Artikel als PDF

"Wer will, dass ihm die anderen sagen, was sie wissen, der muss ihnen sagen, was er selbst weiß. Das beste Mittel, Informationen zu erhalten, ist Informationen zu geben” Nicoló Machiavelli (1469 - 1527)
Wissensmanagement bzw. Knowledge Management (KM) ist in vielen Unternehmen kein neues Thema. Schon seit Jahrhunderten geben Unternehmer ihre Kenntnisse an ihre Kinder weiter, bemühen sich Handwerksmeister, den Auszubildenden ihr Können zu vermitteln, tauschen Berufstätige bei der täglichen Arbeit Ideen und Know-how aus. Heutzutage befassen sich viele kleine/mittelständische Unternehmen (KMU’s) oder Konzerne bereits recht professionell mit dem einen oder anderen Projekt, um die dem Unternehmen zugänglichen Informationsquellen (intern/extern) effektiver zu nutzen.
"Die gewaltigen Reservoire an Daten, Informationen, Kenntnissen und Ideen in Unternehmen sorgen für erfolgentscheidende Wettbewerbsvorteile.“
Eine zunehmende Globalisierung, ein immer härterer Wettbewerb, eine zunehmend komplexere Umwelt, das überproportional ansteigende Informationsvolumen (Information Overflow) im Zusammenhang mit einer immer schnelleren Entwicklungs- und Innovationsgeschwindigkeit macht eine ständige (geschäfts-)prozessbegleitende Verfügbarkeit von Wissen für Unternehmen immer bedeutsamer. In diesem Zusammenhang ist die Qualität von Entscheidungen primär von der Qualität des verfügbaren Wissens abhängig, um auf Basis von „Best Practices“ Entscheidungen treffen zu können. Unternehmen messen von daher dem Faktor „Wissen“ einen immer höheren Stellenwert bei.
Die Ressource „Wissen“ stellt derzeit bereits einen entscheidenden Faktor für den Unternehmenserfolg dar. Zukünftig wird „Wissen“ aber ein nicht mehr wegzudenkenden Wettbewerbsfaktor sein. Denn zukünftig werden nur noch die Unternehmen erfolgreich am Markt agieren und sich behaupten können, die in der Lage sind, das Wissen innerhalb ihres Unternehmens (inkl. seiner strategischen Partner) sowie das ihrer Mitarbeiter effektiv und geschäftsprozessbegleitend einzusetzen. Hierbei wird einerseits auf interne und externe Daten- und Informationsquellen zurückgegriffen; anderseits stellt das in den Mitarbeitern gebundene Erfahrungswissen einen sehr hohen Wert für das Unternehmen dar.
Begriffe wie Data Warehouse, Knowledge Mining, Dokumentenmanagement suggerieren dabei oft die Verfügbarkeit fertiger Lösungen, die „Out-of-the-Box“ für viele Branchen und Unternehmensgrößen im Sinne eines Knowledge Managements zur Verfügung stehen.
Kann Wissensmanagement überhaupt als eine technische Disziplin angesehen werden? Wie kann das individuelle Erfahrungswissen eines jeden Mitarbeiters transparenter gemacht werden? Welche organisatorischen Rahmenbedingungen müssen für die Wissenserschließung berücksichtig werden?
„Erfolgreiches Wissensmanagement muss im Einklang mit der Geschäftsstrategie, Personalpolitik und mit der IT-Strategie stehen.“
Unter Knowledge Management versteht man ein ganzheitliches und integriertes Konzept zur Erschließung, zur Speicherung und zum Austausch von Wissen (Daten/Informationen, Erfahrungswissen). Hierbei spielt sich der Wissensprozess zwischen Menschen (People), Inhalten (Content) und Geschäftsprozessen (Prozess) ab. Dieser Prozess basiert auf einer wissensfreundlichen Unternehmenskultur und wird von Knowledge-Management-Technologien entscheidend gefördert.
Von daher wird deutlich, dass Knowledge Management in erster Line ein strategisches Konzept (80 Prozent) und nur zu einem geringen Teil (20 Prozent) ein IT-Projekt im klassischen Sinn ist. Das bedeutet aber auch, dass Knowledge Management zwangsläufig Prozessveränderungen mit sich zieht und hierzu Entscheidungs- und Umsetzungskompetenzen, die in der Regel durch die direkte Einbeziehung des Managements, benötigt.
„Knowledge Management im Sinne eines Enterprise Information Portals, als zentraler Einstiegspunkt zum unternehmensweiten Wissen.“
Die BRAICONN Deutschland sieht den Markt für Knowledge Management im Wandel und einer erheblichen Veränderung unterzogen. Der Trend geht hin zu einer Internet-basierten und multifunktionalen Informationsplattform, die eine Vielzahl von Einzelsystemen vereinigt. Es kommt somit nicht darauf an noch mehr technologische Lösungen "einzukaufen". Vielmehr geht es darum, primär vorhandene Lösungen "intelligent" und "sinnvoll" im Rahmen einer unternehmensweiten "Wissensbewahrungsstrategie" miteinander zu verbinden.
In vielen Unternehmen findet derzeit und über die nächsten Jahre hinweg ein Umdenken hinsichtlich des unternehmerischen Umgangs mit der Ressource „Wissen“ statt, so dass Knowledge-Management-Projekte eine immer stärkere Verbreitung haben werden. Nicht zuletzt intensiviert durch die zukünftige bilanzrechtliche Möglichkeit, das Wissenskapital einer Organisation als einen Aktivposten in der Unternehmensbilanz auszuweisen zu können.
Der Business-Fokus wird sich verändern. Stehen derzeit noch die Geschäftsprozesse im Vordergrund der Betrachtung, so wird es zukünftig immer mehr auf die Etablierung und Gestaltung einer unternehmensindividuellen Informationsökonomie ankommen. Es gilt, die richtigen Informationen (interne und/oder externe Informationsquellen) zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Form den Mitarbeitern/Kunden/Partnern zur Verfügung zu stellen. Dadurch werden Information zum zentralen Bestandteil einer jeden unternehmerischen Tätigkeit.
Der Aufbau eines effizienten und prozessunterstützenden Informations-Netzwerkes mit der dazugehörigen Informations-Architektur wird zur Schaffung und/oder Verteidigung eines erfolgskritischen Wettbewerbsvorteils beitragen. Dies schließt die Notwendigkeit ein, die Teambildung zu fördern, um den Wissensaustausch im Sinne von Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und zu unterstützen. Die interne Unternehmenssichtweise wird zunehmend durch einen externen Fokus abgelöst werden. Die Entwicklung hin zu einem informationsgetriebenen Unternehmen wird u.a. durch die zunehmende Globalisierung und durch die nicht ausreichende Anzahl von Experten und Fachkräften verstärkt.
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